Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

22. Januar 2010

Ich könnte ein Pferd auffressen!

Kategorie: Verschiedenes

PFERD.

Warum sollte ich es also nicht tun?

Wir waren im Schürhof zu Brüttisellen mit etwas schweizer Familie eingekehrt. Da fand ich mein Pferd.

Ich bin ja durchaus neugierig und schrecke auch nicht vor Schrecken zurück. Mit enzymatisch denaturiertem und mit Schimmel und manchmal gar Maden vergammeltem ("gereiftem" ) Eutersekret, auch Käse genannt, habe ich zwar Probleme, aber sonst habe ich vieles probiert, auch wenn es mir dann nicht geschmeckt hat.

Pferde zu essen ist in Deutschland nicht gerade stylish, eher verpönt. Auf deutschen Speisekarten fand ich durchaus Strauß, Känguru und Krokodil (sehr zum Leidwesen meines geliebten Krokofantileins), aber Pferd?

Auf dem münsteraner Wochenmarkt gibt es zwar einen Stand mit zerlegten Pferdeleichen, doch zum Probieren lasse ich lieber jemanden kochen, der damit Erfahrung hat.

Hier also gab es Pferdesteak.
Alle, die ich gefragt hatte, ob sie wüßten, wie Pferd denn wohl schmeckt, waren entrüstet und angeekelt.

Fleisch ist Fleisch, dachte ich, und bestellte. Und wie schmeckt es denn nun?

Einfach ausgezeichnet!

[ 23 Uhr 33 ] - [ 6 Kommentare ]

21. Januar 2010

Nahtod durch Zitrone!

Kategorie: Verschiedenes

Wir befinden uns in Zürich in der 01 Bar bei Kaffee und Wasser nach dem Essen (ausgezeichnet und liebevoll dekoriert!). Doch beinahe hätte mich hier der vorzeitige Tod durch Ersticken, Aspirationspneumonie oder zu starken Vagusreiz ereilt:

Das Zitronenstückchen, welches mich fast das Leben gekostet hätte.

Ich esse immer die Zitronenschnitze auf. Diesen Brocken bekam ich gerade noch so eben ohne professionelle Hilfe aus der Trachea heraus.

[ 19 Uhr 22 ] - [ 2 Kommentare ]

Was macht der Weihnachtsmann im Januar?

Kategorie: Verschiedenes

Urlaub natürlich!

Der Weihnachtsmann mach im Januar Urlaub!

[ 17 Uhr 39 ] - [ Noch kein Kommentar ]

19. Januar 2010

Ich bin verstrahlt.

Kategorie: Vergangen

Zentralklinikum Münster, Turm Ost2003 war ich gerade in der Vorbereitung für den Berlinmarathon. Da trat mein bester Freund (von dem ich ja neulich erwähnte, daß er Nuklearmediziner ist) an mich heran. Er brauchte mich für wissenschaftliche Experimente!

Das einzig schlimme daran war: Keinen Kaffee vorher. Den durfte ich dann nachher im Aufenthaltsraum mit die anderen Strahlendokters und den Radiologieassistentinnen zu mir nehmen. Leider schmeckte er nicht gut.

Er holte mich am Osteingang des Zentralklinikums ab, weil klar war, daß ich von alleine niemals den Atombunker finden würde. Immer tiefer stiegen wir in die Untergeschosse des haßgeliebten Wahrzeichens Münsters hinab. Hinter tausenden von Stahltüren empfing mich ein Höllenlärm: Dort wurde unmgebaut. Und alles war aus Beton. Er hatte mir wegen der Dauer der Untersuchung einen Walkman mitzunehmen geraten, doch dies wäre wohl sinnlos gewesen. Drum stellte ich mir vor, ich sei auf einem Konzert der Einstürzenden Neubauten. Er legte mir einen venösen Zugang. Dann kam ich in die Röhre eines Positronenemissionscomputertomographen. Durch einen Schlauch war ich mit dem Teilchenbeschleuniger eine Etage tiefer verbunden, von wo radioaktiv markiertes Wasser in mich strömte. Gelegentlich bekam ich Eisbeutel auf die Arme, ansonsten pennte ich trotz des Lärms. Nach einer Stunde war es vorbei, und ich wurde geweckt. Und bekam endlich Kaffee, nachdem wir aus dem Bunker heraus waren.

Danach gab es erstmal 16.000 Meter Intervalltraining für mich.

Meine Meßergebnisse liegen in irgendeiner Schublade. Mein Freund hatte sie mir erklärt, auch was das für eine Studie war. Ich habs vergessen. Ich werde alt.

[ 07 Uhr 07 ] - [ 6 Kommentare ]

18. Januar 2010

Eine ganz gewöhnliche Nacht in einem ganz gewöhnlichen Krankenhaus: Arschwischen.

Kategorie: Vergangen

"Ich bewundere, daß Du das kannst! Ich könnte das nicht, anderen Leuten den Hintern abwischen!"

Ne, is klar. Das ist auch meine Hauptbeschäftigung, Ärsche abzuputzen. Wenn es danach ginge, müßte auch jeder bewundert werden, der sich selbst das Gesäß nach dem
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[ 15 Uhr 22 ] - [ 5 Kommentare ]

Die Arschwischerkampagne.

Kategorie: Vergangen

Klo und KlopapierAn alle bloggenden Pflegekräfte, egal welche Branche, Fachrichtung, Status, Examen oder nicht: Wir werden noch zu oft auf das Abputzen des Gesäßes reduziert. Dies sollte anders werden, und dazu dient diese Kampagne: Bloggt Dinge, die Ihr tut für die PatientInnen. Ereignisse, Gespräche, Erlebnisse, was Ihr wollt. Dinge, von denen Ihr meint, daß sie PFLEGE ausmachen. Vielleicht mit dem Vermerk, daß Pflege weit mehr ist als Leute zu waschen, zu füttern (Ausdrück ist bewußt gewählt!) und sie aus der Scheiße zu ziehen. Verbreitet bzw bloggt diesen Aufruf, schreibt einen passenden Artikel und trackbackt diesen Artikel oder hinterlaßt den Link im Kommentarfeld!

Wider das verzerrte Bild von uns!

Der erste Beitrag (von mir)

[ 01 Uhr 25 ] - [ 4 Kommentare ]

17. Januar 2010

Rüssel. Heini.

Kategorie: Verdingt

Ich erinnere mich noch gut an meinen allerersten Patienten, damals noch als Zuvieldienstleistender im Sommer 1991. Er hatte einen etwas größeren Schlaganfall gehabt, wodurch die eine Körperseite gelähmt war. Und er konnte deswegen zunächst nicht richtig schlucken, das Essen wäre in der Lunge gelandet und hätte eine schwere Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) verursacht. Daher hatte er eine Magensonde zur Ernährung bekommen, einen Schlauch durch die Nase in den Magen. Zumindest, bis er wieder ausreichend normal essen konnte.

Dies ging dann auch immer besser. Zwar hatte der Schlaganfall mehr als nur die Motorik beeinflußt, manchmal war er etwas, äh, sonderbar. Jedenfalls pflaumte er mich mal an: "Blöder Heini!" und ähnliches.

Jedenfalls klappte das Schlucken immer besser. Nur war ein Arm noch gelähmt und mit dem anderen kam er erst noch nicht so gut zurecht, weshalb ich ihm noch eine Weile beim Essen helfen mußte (das nennt man NICHT "füttern"!). Die Magensonde war zu Sicherheit noch drin, aber mit einem Stöpsel verschlossen, und baumelte wie ein dünner Rüssel aus seinem linken Nasenloch. Und störte ihn erheblich, als er wieder selbst zu essen begann. Ständig hing das Teil auf Löffel oder Stulle, einmal landete es sogar in seinem Mund. Verdrossen schuf er seine eigene Lösung: Er steckte das Ende des Schlauches samt Stöpsel kurzerhand in das andere Nasenloch.

Gewußt wie.


(Eigentlich hätte man das ja auch an der Wange festkleben können...)

[ 16 Uhr 29 ] - [ 1 Kommentar ]

16. Januar 2010

105. In Worten: Einhundertundfünf.

Kategorie: Verdingt

Patientin, Jahrgang 1905. Ich bin gekommen, um sie auf die andere Seite zu lagern, daß sie sich nicht wundliegt. "Sind Sie wirklich schon sooooo alt? 105 Jahre?"

"Ja, hehehehehe. DAS müssen Sie mir erstmal nachmachen!"

biggrin

[ 22 Uhr 37 ] - [ 1 Kommentar ]

Kollektive Trauer: Schürmann. Und auch jemand unbekanntes.

Kategorie: Vergangen

Petra Schürmann ist tot. Bis dahin konnte ich mit dem Namen nicht viel anfangen, da ich nicht fern gucke. Jetzt trauert ganz Deutschland, die deutsche Blogosphäre und die Twitterer, die Zeitungen, das Fernsehen.

Etwa zeitgleich verstarb bei uns eine Patientin, viele Jahre jünger, an langjährigem Krebsleiden. Die Familie trauert. Sonst niemand.

Warum aber fließen bei Menschen Tränen um jemanden, den sie gar nicht persönlich kennen? Deren Lebens- und Leidensweg sie nicht hautnah miterlebt haben?

Frau A. starb nicht allein und gut betreut. Über ein halbes Jahr haben wir sie begleitet. Auch wenn dieses Verhältnis ein professionelles war, bewegt mich ihr Tod mehr als der von Frau Schürmann. Denn sie habe ich gekannt. Mit ihr gesprochen, wenn sie es brauchte.

Mit Frau Schürmann mag es ähnlich abgelaufen sein. Doch das interessiert mich nicht.

[ 19 Uhr 09 ] - [ 13 Kommentare ]

Mein Vetter, das Monchichi und ich.

Kategorie: Vergangen

Exemplar eines gewöhnlichen Monchichi in gesundem Zustand.Mein Vetter, bei welchem ich oft die Ferien verbrachte, besaß ein riesiges, grünes Stoffmonchichi. Seine älteren Geschwister hatten es auf einem Jahrmarkt geschossen (nein, es war nicht voller Schrot und Löcher), in einer Schießbude oder einem vergleichbaren Fahrgeschäft. Das Gesicht (oder was das darstellen sollte) war nicht wie sonst aus Plastik. Aufgrund dessen und seiner Größe war es für unser Plaisier bestens geeignet:

Wenn wir in seinem Mund pulten, konnten wir ihn umstülpen. Zunge raus? Ein Affront! Zur Strafe wurde es dann verprügelt. Üblicherweise begann dies damit, das Vieh an der rudimentär vorhandenen Gurgel zu packen und dann erstmal eine schnelle Folge von Faustschlägen in die häßliche Fratze zu geben. Über alles weitere decke ich gnädig den Mantel des Schweigens.

Diese Mißhandlungen trugen jedoch nicht an dessen sozialverträglichem Frühableben vorbei.
Als selbsternannte Chirurgen befanden wir die Implantation einer Zigarettenschachtel meines Onkels für unbedingt erforderlich. Nach Eröffnen der Flanke des Patienten platzierten wir diese bei vorerst unkomplizierten Operationsverlauf retroperitoneal. Jedoch verstarb es kurze Zeit später an den Folgen einer therapieresistenten Nahtisuffizienz.

[ 11 Uhr 04 ] - [ 1 Kommentar ]

15. Januar 2010

Ich bin kein Alphatier.

Kategorie: Vernetzt

Heutzutage muß man ja "in" sein. Und um "in" zu sein taugt das Dasein als A-Blogger, auch Alpha- oder α-Blogger sehr gut. Ich habe die Kriterien allerdings nie verstanden. Scheint so, als wäre man A-Blogger, wenn man auf eines A-Bloggers Blogroll steht. Sozusagen virtueller Inzest oder was auch immer da herauskommen mag. Manche schreiben auch nicht besser als ich, und die meisten bedienen irgendwie den Markt. Wie auch immer das gehen soll. Das ist mir zu kompliziert. Und da ich mit dem Bloggen kein Geld verdiene (im Gegenteil) kann es mir eh egal sein. Ich will keinen Markt bedienen, ich will meinen Senf schreiben. Wer den liest ist selber schuld.

Letztens twitterte jemand die Frage nach dem Grund, warum er blogge. Ja, warum? Es macht Spaß. Mir jedenfalls. Weil ich kein Geld verdienen will, sondern lieber schriftlich masturbieren. Oder so ähnlich.

Es kostet Geld. Es kostet Zeit. Zeit zu schreiben. Aber auch Zeit, zu lesen, Stoff zu sammeln, zu verlinken, Spaß zu haben. Mich um Suchmaschinenoptimierung zu kümmern habe ich gar keine Lust. Scheiß der Hund drauf. Hauptsache, mein Hirn kann wichsen.

[ 07 Uhr 24 ] - [ 7 Kommentare ]

14. Januar 2010

Wenn Blogs Geburtstag feiern.

Kategorie: Vernetzt

Basti twitterte vorhin: "Ich hasse Blogs die ihren Geburtstag feiern!"

Wozu auch. Ich habe zwar auch schon mal meinen Bloggeburtstag erwähnt. Doch nie zelebriert. Ich amüsiere mich immer ein wenig, wenn jemand schon ein Jahr bloggt. Oder zwei.

Wenn man älter wird, sind Geburtstage nicht mehr ganz so wichtig. Mein Blog entstand irgendwann im Sommer 02.

[ 19 Uhr 07 ] - [ 5 Kommentare ]

Krankenverunsicherung und Amtsschimmel.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Nun dachten wir, in eine gesetzliche Krankenkasse einzutreten sei nach der Einwanderung meiner Liebsten kein Problem.

Ist es aber. Ihre schweizer Versicherung war wohl nicht wirklich eine gesetzliche Kasse oder auf jedenfall nicht gesetzlich genug für die hiesigen, und die gesetzlichen Kassen dürfen einen nur versichern, wenn man vorher gesetzlich versichert war. So ist das Gesetz. Auch wenn ich das irgendwie weder logisch noch anständig finde. Ein paar Versicherungsfritzen, die uns abweisen mußten, taten dies zwar freundlich und gaben hilfreiche Informationen, jedoch bei der Kasse, wo wir zuerst waren (fängt mit B an, hört mit R auf, und drin sind noch ein R, ein M, ein A und ein E) wurden wir derart unfreundlich abgefertigt ohne hilfreiche Informationen, daß meiner Liebsten die Tränen kamen. Toller Service, netter Mitarbeiter. :-@

So bleibt wohl erstmal das Sozialamt. Denn Privat ist zu teuer.

Zumindest so lange, bis sie dann über mich versichert ist. Aber das geht auch nicht von heute auf morgen.

[ 14 Uhr 08 ] - [ 21 Kommentare ]

13. Januar 2010

So wirst Du Deinen Atommüll los.

Kategorie: Literarisch


Vor ein paar Jahren erzählte mein bester Freund, Oberarzt in der Nuklearmedizin, daß er mal mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wurde. Ein Rentner aus Gelsenkirchen hatte seine überzählige Rasenwalze mit der Flex zerlegt, als ihm die Funken seltsam vorkamen. Die Walze hatte er auf dem Flohmarkt erworben. Der Kern der Walze entpuppte sich als abgereichertes Uran. Und er als hintergrunddiensthabender Oberarzt mußte er dann raus und untersuchen, ob er davon etwas inkorporiert (also intus) hatte. Es taugt also nicht nur zur Beschwerung von amerikanischer Munition.


Mao-B schlägt hingegen vor, radioaktive Abfälle im Straßenbau zu verwenden. Durch die Abwärme wäre alles eisfrei.

Der Vorschlag wäre prima- was da alles an Streumaterial eingespart würde! Und an Unfällen! Die Arbeit könnten ja Hartz-IV-Empfänger und Sträflinge übernehmen, zwecks sozialverträglichem Frühableben.

[ 18 Uhr 28 ] - [ Noch kein Kommentar ]

Böse Buben und Muttersöhnchen.

Kategorie: Kultur

Ich amüsiere mich ja gerne über böse Buben. Zum Beispiel Sido, der mit seinem "Arschficksong" eine ähnliche Zielgruppe bedient wie einst die Ärzte mit ihrer Platte "Ab 18" und vor allem dem Lied "Geschwisterliebe". Vorpubertäre Texte über irgendwelche mit einem Tabu belegten Sexpraktiken, die am
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[ 10 Uhr 37 ] - [ 12 Kommentare ]

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