Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

05. April 2009

Qualitätssiegel

Kategorie: Vernetzt

Wie kunstgriff vor einiger Zeit ganz richtig feststellte, schmücken sich immer mehr Websites mit dem Siegel "Made on a Mac"

Als wenn ein MAC etwas mit der Qualität einer Website zu tun hätte...

Nun, solch ein tolles Gerät kann ich mir als unterbezahlter Krankenpfleger nicht leisten. Ist auch egal.
"Mein Blog ist auch nicht mit einem Mac gemacht, sondern mit Blogsoftware, und auf welchen Systemen die läuft, ist ja nun im Prinzip recht schnurz. Vermutlich serverseitig auf Lunux, Unix oder so, clientseitig mit Linux- Ubuntu natürlich, weil ich kein Geek bin, sondern etwas idiotensicheres benötige. Und ich bin nicht so vermessen zu behaupten, es habe NUR Vorteile. Es ist einfach das richtige System für mich persönlich.

Mac. Erstmal teuer. Ich habe es noch nie probiert, kenne aber einige, die darauf schwören. Aber MADE ON A MAC? Birnig, völlig birnig.

Ich schreibe jetzt bei mir drauf: Made on a Gammelnotebook with Ubuntu drauf, because I am tu doof für etwas anspruchsvolleres.

Ein echtes Qualitätsmerkmal."
kommentierte ich.

Er will eine Kampagne starten. Ich bin dabei!

Hab keinen Mac, und für die Qualität meines Blogs isses eh schnurz

Oder aber:
Made on a gammelrechner

[ 19 Uhr 45 ] - [ 3 Kommentare ]

Eine starke Truppe!

Kategorie: Vergangen

So warb damals, um 1990 herum, unsere ehrenvolle, ruhmreiche und ausgezeichnet ausgebildete Bundeswehr.

Wir wohnten damals weit außerhalb am Stadtrand von Münster, gegenüber der Fachklinik Hornheide. Außer dem Haus, in welchem wir residierten, gab es sonst nur noch drei in der Nachbarschaft. In einem davon ist übrigens jetzt ein Hospiz. Rundherum nur Ackerland, Wald, Truppenübungsplatz und die Eisenbahntrasse nach Hamburg.

Der Herr des Hauses gegenüber stolperte eines Tages über einen grünberockten und schwer bewaffneten Herrn. Und fand derer mehrere im Rosenbeet. Dies verwunderte ihn doch erheblich- ein Trupp Soldaten der Bundeswehr hatte sich dort verschanzt.

Sie hatten die Karte verkehrt herum gehalten.

[ 18 Uhr 42 ] - [ Noch kein Kommentar ]

04. April 2009

Fetisch

Kategorie: Vergangen

Ich weiß nicht mehr, wie er hieß, der alternde Dackelrüde von Wolle, einem Schulkameraden, der mir einiges auf der Gitarre beigebracht hatte, ehe ich klassischen Unterricht bekam. Bei ihm, also dem Herrchen, fanden meist unsere Karlsquell-Parties statt, Besäufnisse mit dem damals billigsten Dosenbier vom ALDI, neunundvierzig Pfennig pro Dose. Es wurde Palettenweise erworben und durchnumeriert und schmeckte zum Kotzen. Am Morgen danach schaute man nach, bis zu welcher Dose man gekommen war. Wilde Zeiten. Gehört wurden The Who, Small Faces, The Jam und watweißichnichnochalles.

Der Dackel jedenfalls war, äh, nicht ganz konventionell. Er trank sehr gerne Bier- wer seine Dose unachtsamerweise auf den Fußboden stellte, konnte recht sicher sein, daß sie ziemlich schnell leer war. Konsequenterweise starb das Tier auch an Leberzirrhose. Außerdem sodomierte er gerne Schienbeine, aber schwulerweise nur die von Männern. Noch mehr jedoch liebte er eine (mittlerweile ziemlich fleckige) Nackenrolle, die er während unserer Gelage regelmäßig besprang, bis er abspritzte.

Das war sein Fetisch. War die Nackenrolle erreichbar, war alles gut, und alle Schienbeine und läufigen Hündinnen der Welt vergessen.

[ 20 Uhr 59 ] - [ 5 Kommentare ]

03. April 2009

Vergackeiert

Kategorie: Verdingt

Der Dienst war ganz amüsant, außer, daß wir einen Patienten mal eben urologisch operieren lassen mußten. Ein Ei mußte raus. Der Nebenhoden hatte sich derart entzündet, daß das ganze Ei abgestorben ist.
Der Mann ist schwer krebskrank, aber wir haben ihn gut aufpäppeln können. Die Operation ist eher psychisch belastend (zur Hälfte kastriert) als gefährlich.

Einer Praktikantin erklärte ich, daß das im Grunde nur ein sehr kurzer und kleiner Eingriff ist. Sie fragte mich, ob das denn auf der Station gemacht würde. Perfekte Vorlage! Natürlich machen wir das auf der Station, so kleine Sachen machen sogar wir Pflegekräfte selbst. Und ich erklärte ihr, wie ich vorzugehen gedächte. Lokalanästhesie, dann mit einem Skalpell den vorher desinfizierten Hodensack öffnen. Mit einem Metallclip wird die Blutversorgung und der Samenleiter abgeklemmt und dann durchtrennt. Raus mit dem Ei, zunähen, fertig. (Und so wird es in Wirklichkeit gemacht)

Ob sie zugucken dürfte dabei? Natürlich...

biggrin

Ich kann wunderbar dummes Zeug erzählen, ohne mit der Wimper zu zucken.
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[ 06 Uhr 09 ] - [ 3 Kommentare ]

02. April 2009

Das wurde aber auch Zeit!

Kategorie: Verschiedenes

Mittlerweile haben die Zufallsgeneratoren der Telephonabzockermafia auch meine Rufnummer ausgespuckt.

"Guten Tag. Spreche ich mit Familie? Sie haben einen Renault Twingo gewonnen im Wert von zehn tausend Euro. Oder..."

Klick.

Nicht mit mir.
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[ 11 Uhr 45 ] - [ 6 Kommentare ]

Gerissen

Kategorie: Verschiedenes

Aua.

Ich habe eine gestörte Hornhautbildung an den Haxen. Wuchert wie Unkraut. Sieht nicht gut aus, ist aber eigentlich nicht weiter schlimm, und ich kümmere mich kaum darum. Bis die Hornhaut so dick geworden ist, daß sie einreißt. Und zwar nicht nur oberflächlich! Das tut ziemlich weh beim Gehen.

Hier ist so ein Riß zu sehen, von der Hornhaut an sich habe ich das meiste schon weggehobelt.

Ulfs kaputte Ferse

[ 06 Uhr 23 ] - [ 5 Kommentare ]

01. April 2009

Mit der Nagelpistole

Kategorie: Verdingt

Ich halte Humor für sehr wichtig, auch, oder besser: besonders im Krankenhaus. Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Nicht jeder Scherz ist für jeden gleichermaßen geeignet. Der eine ist pikiert, der nächste
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[ 04 Uhr 56 ] - [ Noch kein Kommentar ]

31. März 2009

Doc Morris

Kategorie: Verrueckt

Pharmama, Apothekerin und Mutter aus der schönen Schweiz, schreibte kürzelich:
Liebe Kundin, lieber Kunde,
immer wieder fordern Krankenkassen Ihre Kunden auf, sich künftig Medikamente per Versandhandel schicken zu lassen. Die dabei empfohlene Versandfirma „Zur Rose“ ist eine Gründung von geschäftstüchtigen Ärzten im Kanton Thurgau, die Mediservice ein Ableger des Grosshandelsmoguls Galenika.



Ein Freund versucht mich immer von Doc Morris zu überzeugen. Aber die nächste Apotheke ist näher als der nächste Briefkasten, ich muß das Paket nicht auf der Hauptpost abholen, weil ich nie da bin, wenn die Post kommt, und außerdem kennt man mich in meiner kleinen Apotheke mit Namen und begrüßt mich freundlich mit diesem.

Gerade das würde mir fehlen.

Meine Medikamente sind auch immer vorrätig, außer wenn meine Krankenkasse mal wieder mit einer anderen Pharmafirma bestochen wird kooperiert. Die freundliche Apothekerin teilt mir mit, welche Medikamente sich mit meinen vertragen und fragt, wie es mir denn geht.

Wie im Tante-Emma-Laden. Persönlich eben.

[ 22 Uhr 10 ] - [ 4 Kommentare ]

Alles im Arsch. Folge 2

Kategorie: Vergangen

Am 22.3.2009 schrieb ich nun mit dem Artikel "Alles im Arsch" eine kleine Abhandlug, wie eine wachsende Zahl an "Naturmedizinern" und Unheilpraktikern samt ihrer AnhängerInnenschar aufs grausamste ihr Gedärm mißhandeln, um sich mal so richtig gründlich auszukacken und die Wurzel des vermeintlichen Übels, den Darm eben, zu sanieren. Damit wollen sie körperlich und geistig gesund werden.

Es bewirkt jedoch das genaue Gegenteil. Denn in meinem umfassenden (aber leider noch unvollendeten) bahnbrechenden Werk "Kritik des nackten Wahnsinns" behandet das vierte Kapitel "Das Lebensprinzip Dünndarmzotte"

Hierin belege ich die Dünndarmzotten als das wirkliche zentrale Denkorgan. Dieses sollte man keinesfalls unnötig bei der Arbeit stören.

[ 00 Uhr 21 ] - [ Noch kein Kommentar ]

30. März 2009

Verbeult.

Kategorie: Vergangen

Da, wo ich vor einigen Monaten einen riesigen Abszeß hatte, sieht man mittlerweile nur noch eine winzige Narbe, wenn man genau hinguckt. Das Teil war so groß wie zwei Zwetschgen, entsprechend gut gefüllt und schmerzhaft. Eine riesige lila Beule. Nun weiß ich aber, was zu tun ist in solchen Fällen. Zum Arzt renne ich ja schon genug. Betaisodona flüssig und ein paar sterile Kompressen besorgt. Meine Küchenmesser sind scharf wie Skalpelle. Ja, es hat wehgetan, der Eiter saß tief, auch das Austamponieren.

Aber beim Arzt hätte das sehr viel länger gedauert.

[ 04 Uhr 54 ] - [ 3 Kommentare ]

29. März 2009

Wenn der Amtsschimmel wiehert

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Ein Freund heiratet bald, und so war er mit seiner Zukünftigen auf dem Standesamt, das Aufgebot zu bestellen.
Er hatte alle nötigen Unterlagen besorgt. Meldebescheinigung, Personalausweis, Geburtsurkunde.

Doch der Standesbeamtin reichte dieses nicht, sie verlangte noch explizit nach einer Aufenthaltsgenehmigung.

Diese bekommt man auf dem Ausländeramt. Die werden sich jedoch etwas wundern, wenn er kommt, und ihm keine ausstellen. Er ist in Deutschland geboren, in Deutschland aufgewachsen, er lebt und arbeitet in Deutschland. Seine Eltern sind beide Deutsche mit deutscher Staatsbürgerschaft und er selbst auch, und im Ausland hat er bisher nur Urlaub gemacht.

Und dann? Wollen sie ihn dann abschieben? Aber wohin?
Vielleicht sollte er Asylantrag stellen- über ein "sicheres Drittland" ist er ja nicht eingereist.

[ 04 Uhr 22 ] - [ 4 Kommentare ]

28. März 2009

Diagnose II

Kategorie: Vergangen

Der Ultraschallbefund einer sechsundsechzig Jahre alten Dame bescheinigte ihr:

Prostata: Regelrecht.

[ 17 Uhr 25 ] - [ 1 Kommentar ]

Rabatt

Kategorie: Verschiedenes

Neulich war ich in meinem Stammplattenladen shoppen. Einen anderen Laden, der Alte Musik führt, gibt es in Münster nicht. Dieser Laden ist nun praktischerweise direkt an meiner Klinik. Ich erwähnte in einem Nebensatz, daß ich dies sehr praktisch fände. Da sagte der Chef: "Warum haben Sie das nicht früher gesagt?"

Es gibt eine Art Nachbarschaftsrabatt, sofern man durch die Kenntnis des Namens des Verwaltungsdirektors belegen kann, daß man dort arbeitet. Nicht viel, aber immerhin. Denn die CDs sind wegen der üblicherweise eher geringen Produktionszahlen in der Regel nicht eben billig. Das lläppert sich!

[ 07 Uhr 22 ] - [ Noch kein Kommentar ]

26. März 2009

Diagnose

Kategorie: Verdingt

1999. Pfleger Ulf studiert einen alten Arztbrief eines neuaufgenommenen Patienten. Man will ja schließlich möglichst viel über ihn wissen.

Diagnose unter anderem: Metastasierende Diarrhoe.

Ist eventuell das hier damit gemeint?

[ 11 Uhr 14 ] - [ 5 Kommentare ]

Hypochondrie

Kategorie: Verrueckt

Über Hypochonder werden ja gerne Witze gemacht, und kaum einer nimmt so etwas ernst. Glücklich derjenige, der damit keine Probleme hat- denn der Leidensdruck ist nicht unerheblich. Eher fürchterlich.

Eine Freundin von mir hat genau dieses Problem. Und wenn sie mal wieder Krebs, Herzinfarkt oder ähnliches zu haben glaubt, dann hat sie Angst. Todesangst. Das ist überhaupt nicht komisch. Ich kann über diesbezügliche Witze praktisch gar nicht mehr lachen. Denn die Betreffenden leiden ganz furchtbar.
Ich kann sie zum Glück immer recht schnell wieder beruhigen.

Wie so etwas funktioniert? Erstmal die Leute ernst nehmen und nicht auslachen. Das ist, denke ich, das wichtigste. Ich will ja auch ernst geneommen werden, und auch ich habe schon mal nicht wirklich begründete Sorgen. Das irgendwie abzutun ist da wenig hilfreich.
Ich kenne mich außerdem berufsbedingt auch ein wenig mit Krankheiten aus (wäre ja schlimm, wenn nicht). Und wenn nicht, dann weiß ich, wo ich mich belesen muß. Dadurch weiß ich dann auch, wie ich meinen Standpunkt begründen muß, damit sie mich versteht und das ganze akzeptieren kann. Das war es dann auch schon so ziemlich. Eigentlich nicht schwer. Wenn man eben Hypochondrie als Krankheit ernst nimmt.

Ein wenig mehr Toleranz würde da viel helfen. Wie bei jeder anderen Krankheit auch.

[ 07 Uhr 23 ] - [ 1 Kommentar ]

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