20. Juli 2010
Ich lese keine Trigami-und-so-Werbung.
Kategorie: Vernetzt
Auch wenn ich hier selbst Anzeigen geschaltet habe, diese Reviews von Trigami und anderen Firmen, die werbende Blogbeiträge bezahlen, mag ich nicht lesen. Ich klicke dann einfach weg. Ich möchte lieber richtige Beiträge lesen. Wenn ich über ein Produkt schreibe, dann sehe ich zu, daß ich da keine Werbung draus mache. Veralbern oder verreißen macht ohnehin mehr Spaß.
Nun halten sich die meisten wenigstens an Nummer Sieben des Deutschen Pressecodex und machen das eindeutig als Werbung kenntlich. Insofern habe ich kein Problem damit, daß BloggerInnen sich so ein Zubrot verdienen, solange das nicht überhand nimmt. Nur lesen tu ich das nicht.
[ 09 Uhr 41 ] - [ 3 Kommentare ]
19. Juli 2010
Wie ein nasser Hund, der beim Kacken gestorben ist.
Kategorie: Verrueckt
Diese Beschreibung trifft ihren Geruch ziemlich genau. Im Sommer 2007 auf der geschlossenen Kriseninterventionsstation waren wir alle im Ausnahmezustand, und normal war hier gar nichts. Sie zum Beispiel flennte praktisch ohne Unterlaß, was aber niemanden störte, schließlich waren wir alle gaga. Nur nahm sie das mit der Körperpflege nicht so genau, das heißt, eigentlich nahm sie es gar nicht, mit den entsprechenden Konsequenzen: sie stank. Nicht einfach nur nach Schweiß, nein. Sie roch in der Tat wie ein nasser Hund, der beim Kacken gestorben ist und nun neben seinem Haufen verwest.
Ihre bemitleidenswerte Zimmergenossin beschaffte sich diese kegelförmigen Ohropax-Dinger. Nicht wegen Schnarchens- sie steckte sie sich zur Nacht in der Tat in die Nase. Die Mahlzeiten waren für ihre TischgenossInnen demzufolge problematisch einzunehmen.
Psychische Krankheit kann alltägliche Handlungen wie Körperpflege geradezu unmöglich machen. Aber hier wäre es doch Sache des Pflegepersonals gewesen, dies zu regeln. Zumal man sich auf der Geschlossenen nicht unbedingt ausweichen kann.
[ 21 Uhr 40 ] - [ 1 Kommentar ]
17. Juli 2010
Nette Post.
Kategorie: Vernetzt
Danke
- will ich sagen für dein gutes Blog.
Selten gefällt mir eins auf Anhieb.
Ich will dies nicht unter irgendeinen beliebigen Artikel setzen,
deswegen die Mail an dich.
Ich kam über den Bestatterweblog auf deine Seite.
Man liest sich
XY
[ 17 Uhr 01 ] - [ 3 Kommentare ]
16. Juli 2010
Westfälische Nachrichten schleichwerben für esoterische Socken.
Kategorie: Kaeseblatt
Was unser lokales Käseblatt so als Nachricht verkauft: Die amtierende Mist Germany (die wie alle diese mit einem langweiligen 08/15-Gesicht gestraft ist) benutzt "Basische Strümpfe" einer mehrfach namentlich genannten Firma aus Münster-Roxel für derartigen Esoschrott. Die angebliche Wirkung dieses Erzeugnisses wird in den höchsten Tönen gepriesen, auch wenn dieser Basen-Kram einfach nur eines ist: Humbug. Betrug. Wissenschaftlich nicht haltbar. Damit dieser nicht als Anzeige gekennzeichnete "Artikel" nicht zu eindeutig als Werbung erkennbar ist, verzichten die Westfälischen Nachrichten wenigstens auf einen direkten Link zu den Geschäftemachern.
Betrug am Leser. Sogar bei Stefan Niggemeier gewürdigt. Ich habe Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht. Dürft Ihr auch gerne machen.
Der Pressecodex: Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion
Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.
[ 18 Uhr 47 ] - [ 6 Kommentare ]
Nieder mit der Schwarzen Lady!
Kategorie: Verrueckt
Die Schwarze Lady ist ein echtes Miststück. Hat sie Dich in ihrem Würgegriff, dann hat sie Dich. Dann macht sie Dich fertig. Aber so richtig. Einen grauschwarzen Schleier legt sie über alles, was Dir begegnet, sei es schlecht oder sei es auch gut. Macht Dich jemand auf etwas aufmerksam, was Du verbessern könntest, oder gar einen Fehler, sagt sie Dir, Du bist ein Versager. Fallen Dir nicht alle um den Hals, dann wirst Du ausgeschlossen, weil keiner Dich wirklich mag. Passiert etwas gutes, dann ist das Zufall, verdient hast Du
[ Den Rest lesen ]
[ 16 Uhr 46 ] - [ 3 Kommentare ]
15. Juli 2010
Schlüssel-Schloß.
Kategorie: Verschiedenes
Prinzessin sucht Schloß. Doch am Schloß fehlt das Schlüsselloch, sonst gibt die Prinzessin keine Ruhe.
[ 20 Uhr 38 ] - [ Noch kein Kommentar ]
13. Juli 2010
Fragen und Antworten. Interview Teil 4.
Kategorie: Vernetzt
Ich bin erstaunt: Tatsächlich stellen Leute über formspring auch mal ernsthafte Fragen. Schön, mal etwas anderes zu haben als Herumgealber. Ich kann ja durchaus ernsthaft sein. Das wird natürlich gewürdigt:
lieber Ulf, warum bist du krankenpfleger geworden? weisst du, deine artikel im blog berühren mich sehr. ich denke, dass patienten an dir einen besonderen menschen haben.lieber gruss, i.
Der Weg dahin war ziemlich unspektakulär: Ich hatte eine Broschüre darüber gelesen vom Arbeitsamt und dachte, das könnte mir Spaß machen. Echt so gewesen.
i.: danke für die antwort. lese gerne ab und zu wie du deine arbeit lebst und wahrnimmst. deine ernst/skurile seite gefällt mir sehr. gibt es demnächst wieder mal einen kurzfilm? weisst du, dass du eine begabung für kabaretistik hast?
Danke für das Kompliment. Ich werde immer Kurzfilme drehen, aber geplant wird das eher selten. Nur einen habe ich im Kopf, der etwas wilder werden soll, dafür suche ich noch Darsteller.
Begabung fürs Kabarett? Weiß nicht. Aber an meinem Herumgekasper hatten schon mehrere Freude.
i: was für darsteller suchst du denn? machst du eine ausschreibung ? oder sollen die dir von selber über den weg laufen? ( bin gespannt wie ein regenschirm ) wünsch dir nen guten tag...gute gedanken...überraschende begegnungen, freude, spass, neues...
http://weblog.hundeiker.de/item-1126.html
[ 11 Uhr 17 ] - [ Noch kein Kommentar ]
Dieses verdammte Scheiß-Telephon!
Kategorie: Vernetzt
Immer klingelt das Telephon. Dann muß ich abheben und mit jemandem reden, der gar nicht da ist. Wie psychotisch.
Da will einer mit mir reden, und dies kündigt sich mit grauenhaften Geräuschen an. Dringt in die Privatsphäre, in die Wohnung ein.
Dafür, daß ich telephonieren nicht mag, bin ich jedoch gut ausgestattet mit ISDN, zwei DECT-Schnurlosteilen, zwei (virtuellen) Anrufbeantwortern in der Fritzbox, dann noch jeder von uns beiden ein Mobiles (Smartphone-Megakommunikationstzentrale). Diese können sich auch noch an die Fritzbox andocken und damit übers Festnetz und so. Vier Telephone, vier Computer, zwei Personen, die beide telefonieren hassen... Paßt das denn?
Man kann aber die Teile auch ausschalten
.Der Anrufbeantworter ist manchmal die Rettung, wenn wir keine Lust haben.
Im Dienst geht das leider nicht.
[ 09 Uhr 53 ] - [ 1 Kommentar ]
Krankenkassen entdecken Marktlücke!
Kategorie: Vergangen
Viele Krankenkassen finanzieren mit unseren nicht unbedingt geringen und ständig steigenden Beiträgen nicht nur wichtige, sondern auch betrügerische Methoden wie Homöopathie finanziert. Da wäre es doch nur konsequent. Astrologie und Geistheiler gleich mit auf die Liste zu nehmen. Und natürlich auch gleich die Germanische Neue Medizin des durchgeknallten Nazi-(Ex-)Arztes Ryke Geerd Hamer. Natürlich als gesetzliche Leistung.
Wissenschaftlich hat der ganze Kram ohnehin komplett das gleiche Niveau: Gar keins.
(inspiriert durch @order_by_rand)
[ 08 Uhr 57 ] - [ 2 Kommentare ]
12. Juli 2010
Laß' Dich nicht erfassen! #zensus11
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Ich bin beim Bürgeramt gemeltet. Mein über alles geliebtes Krokofantilein ist auch beim Bürgeramt und dazu noch beim Ausländeramt gemeldet. Das muß doch wohl reichen an Daten!
Was den Staat z.B. die AUSSTATTUNG meiner Wohnung zu interessieren hat? NICHTS! Privatsache.
Ein Viertel bis ein Drittel aller in Deutschland ansässigen Personen werden zu Zwangsbefragungen aufgesucht und müssen “Erkundigungen” im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld dulden. (zensus11.de)
Sollen einfach meib Blog lesen.
Gegen diese verfassungs- und demokratiefeindliche Schnüffellei gibt es nur eins: Dagegen unterschreiben, aber schnell, die Aktion läuft nicht mehr lange!
[ 23 Uhr 18 ] - [ Noch kein Kommentar ]
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist. Oder: Wetter-Gemecker- Mir reichts!
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Wir sind das Volk. Das Volk der Meckerfritzen. Im Winter ist es zu kalt, es schneit oder regnet zu viel oder es ist zu heiß. Nie ist das Wetter richtig, nie sind die Menschen zufrieden.
Mir geht das so auf den Zeiger. Natürlich schwitze ich wie ein Schwein. Na und? Kann ich eh nicht ändern. Ist doch schön, daß die Sonne scheint. Wenns demnächst wieder mal schiffen tut, dann meckert Ihr eben darüber. Hauptsache meckern. Echt. Stellt Euch vor, es gäbe gar kein Wetter. Das wäre dann auch wieder nicht richtig. Meine Timeline bei Twitter ist voll mit Wettergemecker. Jeden Tag. Egal, wie das Wetter ist. Nerv.
Gibt es keine besseren Themen?
[ 09 Uhr 12 ] - [ 9 Kommentare ]
10. Juli 2010
Hundstage.
Kategorie: Vergangen
Eigentlich kommen die Hundstage erst noch. Himmel, was soll dann werden? Teilzeit-Töle Bruno ließ sich nicht einmal vernünftig ausführen. Kraftlos schleppte er sich durch die Gegend. Nur wenn Schatten in Sicht war, entwickelte er eine selbst für ihn ungewohnte Power, daß beinahe die Leine gerissen wäre. Und streckte alle Viere von sich, war nicht zum Weitergehen zu bewegen. Das arme Vieh.
Hunde haben ja keine Schweißdrüsen und regeln ihre Körpertemperatur über die Zunge. Müßte ich das tun, dann hätte ich eine Zunge wie ein Perserteppich. Wie lästig. Ein Hundeleben. Und der Wetterbericht... Ich will nicht klagen, ich mag es warm, aber ich kann dann nicht so viel saufen, wie ich schwitze, und der arme Bruno ist ein Hot Dog, sieht er einen Getränkewagen, versucht er unter die Kühlung zu huschen.
Hundstage eben.
[ 22 Uhr 41 ] - [ 1 Kommentar ]
Was mir Freund Hein übrigließ.
Kategorie: Vergangen
Nun ist er tot, der Mann vor mir im Bett, der vor zehn Tagen noch Fahrrad gefahren war. Die Arme und Beine liegen leicht gespreizt auf Kopfkissen, unter den Achillessehnen gerollte Handtücher. Sein Kopf ist nach rechts geneigt, die Augen halb geöffnet, der Mund ganz. In ihm steigt nun gelblicher, feinblasiger Schaum auf, der ihm zum Mundwinkel herausläuft. Das kommt gelegentlich vor. Darum kümmere ich mich wohl besser später, wenn es aufgehört hat. Erstmal schließe ich die Augen. Danach raus mit den Schläuchen, der Infusion, dem Blasenkatheter. Ich spreche bekanntlich immer noch mit den Toten und erkläre ihm, was ich tue. Vor den Penis lege ich eine Vorlage, man weiß nie, ob da nicht noch etwas nachkommt, und decke ein Handtuch darüber, auch wenn niemand außer mir etwas sieht und dem Verstorbenen dies auch egal sein könnte.
Aus dem Mund kommt nichts neues mehr, so nehme ich mir den Sekretsauger, der neben dem Bett steht, und sauge weg, was wegzusaugen geht, bis in den Rachen hinein. Wische ihm das Gesicht ab und den Mund gründlich aus. Soll ja alles gut aussehen. Nachher gehe ich nochmals mit einem nassen Lappen durchs gesicht. Eine Rasur ist nicht notwendig.
Die Kinnstütze hält irgendwie nicht gut und rutscht immer wieder weg. Ein zweites kleines Kissen unter den Kopf? Ja, das hilft, die Stütze sitzt, der Mund ist zu, und langsam wird der Tote ansehnlicher. Über die Kopfkissen breite ich ein frisches Handtuch. Nicht undekorativ. Die Lagerungskissen jedoch fliegen alle aus dem Bett, jetzt, da sie nicht mehr gebraucht werden, sehen sie irgendwie unschön aus. Das Oberteil ist wie frisch angezogen, also lasse ich es ihm so, wie es ist. Ein kurzer Check: sieht alles gut aus? Sind alle Pflaster weg? Dann breite ich eine leichte Decke über ihn und räume das Zimmer auf. Alles weg: Sekretsauger, Sauerstoff, Infusionen, Müll, mehr Müll, nicht mehr benötigte Wäsche und Pflegeutensilien und so weiter und noch mehr Müll.
Die Angehörigen können kommen. Ich werde bald gehen, wenn meine Nachtschicht vorbei ist.
[ 16 Uhr 21 ] - [ 1 Kommentar ]
09. Juli 2010
Eine Umarmung von Freund Hein.
Kategorie: Vergangen
Bei der Übergabe schon erfuhr ich, daß dies seine letzte Nacht sein würde. Er war ohne Bewußtsein, aber sehr unruhig gewesen und hatte gestreßt geatmet und daher Morphin bekommen. Er war zwar ruhiger dadurch, aber gut war es noch nicht, und so verabreichte ich ihm weitere zehn Milligramm. Das half, er entspannte sich und atmete zwar unzureichend, aber ruhig für die nächsten Stunden. Und wartete offensichtlich auf Freund Hein.
Immer wieder sah ich nach ihm und dem Rechten. Ich denke, kaum etwas ist intimer als die Pflege Sterbender... Lag er mutmaßlich bequem? War da eine Falte im Laken, die ihn drücken hätte können? Irgendwelche Zeichen dafür, daß es ihm schlecht ging?
Ich nahm immer wieder einen kühlen Lappen für seine Stirn und salbte seine spröden Lippen, verrückte seine Arme und Beine um wenige Zentimeter, daß er nicht zu starr liege.
Nach einigen Stunden wurde er ein bißken unruhiger, und ich zog erneut Morphin auf. Doch als ich zu ihm zurückkehrte, sah ich, daß er es nicht mehr brauche würde: Er war wieder ganz ruhig. Er brodelte etwas und schnappte nach Luft, aber das ist etwas, was den Betreffenden nicht mehr quält. Freund Hein war da. Er erschauerte kurz und entspannte sich wieder.
Der Tod hatte ihn sanft in seine Arme genommen und nahm ihn mit auf seinen Weg.
[ 21 Uhr 22 ] - [ 1 Kommentar ]
Nachts.
Kategorie: Vergangen
Wenn es dunkel und ruhig ist und jedes Geräusch doppelt so laut ist...
Ein paar gute Gespräche mit sterbenskranken.
Ein Patient verstorben.
Eine Verstorbene von der Nachbarstation "runtergebracht"
Eine ganz normale Nacht.
[ 17 Uhr 04 ] - [ 2 Kommentare ]


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