Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

20. April 2010

Depression als Chance?

Kategorie: Verrueckt

So hart, wie die Zeit nullvier bis Sommer nullacht war, mittlerweile habe ich auch einen gewissen Vorteil dadurch: Ich bin jetzt gelassener. Natürlich bin ich immer noch in gewisser Weise in vielen Punkten dünnhäutiger, doch: Ich bewerte vieles anders als früher. Wo andere verzweifeln, bleibe ich heiter. Denn ich weiß, was wirklich schlimm ist.

Seltsamerweise bin ich auch ausgeglichener in meinen Stimmungen. Gewisse Schwankungen sind auch bei "Gesunden" normal. Wenn ich ein Tief habe, dann ist es immer noch tiefer als bei anderen, nur scheint mir, daß ich weniger Tiefs und mehr gute Laune habe als andere. Bis zum vergangenen Sommer zog sich das alle paar Wochen auftretende Tief zwei bis drei Tage hin und störte mich insofern nur mäßig, als daß ich irgendwann merkte, daß es bald wieder vorbei sein würde.

Seit meine Liebste bei mir ist, habe ich so etwas nur noch stundenweise, selten einen halben Tag.

Und ich kann meine Patienten wesentlich besser betreuen, jedenfalls in seelischer Hinsicht. Ich weiß, was Ausnahmezustand ist. Ich weiß, was man dann vor allem nicht hören will.

Dennoch: diese Art "Fortbildung" war grauenvoll. Und nicht nur für mich, auch für mein Umfeld. Doch dadurch, daß ich in der Hölle war, erlebe ich schon die Erde als Himmel.

Ich bin zufrieden.
Hoffentlich bleibt es so.

Das Fragezeichen in der Überschrift bleibt.

[ 10 Uhr 32 ] - [ 15 Kommentare ]

19. April 2010

Nochmals vulkanounlogisches.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Dieser olle Vulkan sprotzt nun schon seit Tagen herum, und langsam kommen die Verschwörungstheoretiker auch darauf, meine Satire von vorgestern ernst zu nehmen. Dies sieht man immer wieder in Kommentaren in Blogs, die dies zum Thema haben. Immer wieder wird die Frage gestellt: Cui bono? Wem nützt es?

Seltsame Zufälle reihen sich aneinander, so daß Tsunami, Haiti 2010 und der unaussprechliche Eyjafjallajökull irgendwem für irgendwas nützlich sind. Aktuell erleichtert das angeblich irgendwelche NATO-Manöver. Nun denn, hat einer von diesen Idioten auch mal daran gedacht, daß man Gelegenheiten auch nutzen kann, auch wenn man sie nicht selbst geschaffen hat? Aber selbst das halte ich noch für zu kompliziert.

[ 10 Uhr 54 ] - [ Noch kein Kommentar ]

18. April 2010

Ein Tag im Tierknast.

Kategorie: Verschiedenes

Die Standesbeamtin hatte empfohlen, die Ehe immer lebendig zu halten. Drum haben wir heute einen Ausflug nur zu zweit in den Tierknast gemacht. Ich weiß zwar nicht, was die Tiere alle verbrochen haben, daß sie inhaftiert sind, aber nett anzusehen sind sie allemal. Teilweise gibt es auch offenen Vollzug, da darf sich das Viehzeug sogar zwischen den Menschen bewegen.

Nur um die Volieren und das Reptilienhaus machten wir einen weiten Bogen, da waren zu viele Vögel drin.

Nach etlichen Stunden des Herumlatschens muß ich mich nun entspannen:

Ulf entspannt vermittels Tabakprodukten.

[ 19 Uhr 57 ] - [ 2 Kommentare ]

17. April 2010

Ficken für die Rente.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Wenn Ihr mich fragt, ob wir denn Kinder wollen, sage ich "nein". Gründe haben wir genug. Meistens isses dann gut.

Doch manchmal kommt der Einwand, wer dann unsere Rente zahlen soll.

Nun, abgesehen von der Tatsache, daß ich das auch eine Form von Mißbrauch finde, Kinder quasi zu züchten, um die eigene Zukunft zu sichern (Kinder soll man bekommen, weil man sie haben und lieben will!), glaube ich kaum, daß die Produktion zukünftiger Arbeitsloser die Renten wirklich sichert. Ich will mir meine Rente nicht zusammenficken!

[ 17 Uhr 50 ] - [ 10 Kommentare ]

Vulkanausbruch auf Island von CIA und US-Militär provoziert!

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Wie schon das Erdbeben auf Haiti und der Tsunami 2004 stecken auch bei dem Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island die Amerikaner und damit die Illuminaten, Bilderberger, Freimaurer, CIA und Mossad dahinter. Ziel ist zum einen, die Technischen Möglichkeiten zu testen und bei der Gelegenheit die aufmüpfigen Europäer zu disziplinieren und ihnen zu zeigen, wer der Stärkere ist.

Hierzu wurde der US-Amerikanische Militär- und Geheimdienstsatellit "US-007-Spectre" eingesetzt. Von diesem wurden fünf Nuklearsprengköpfe gezielt GPS-gesteuert auf Schwachstellen des isländischen Vulkans gefeuert, als die Wetterlage (vom HAARP-Projekt gesteuert) paßte.

Bitte um Weiterverbreitung dieser wichtigen Informationen!

[ 12 Uhr 30 ] - [ 11 Kommentare ]

Der Himmel ist unverschleiert: Schnell Flug buchen!

Kategorie: Verschiedenes

Hier in Münster scheint die Sonne, ich sehe keine Spur mehr von vulkanischer (also nicht die von Raumschiff Entenscheiß) Asche am Himmel. Also buchen wir jetzt mal ganz schnell einen Flug nach Reykjavik!

[ 10 Uhr 40 ] - [ Noch kein Kommentar ]

16. April 2010

Das weibliche Äquivalent zu Robert ist Garbertha!

Kategorie: Verschiedenes

Das hat aber eigentlich nichts mit diesem Artikel zu tun. Vielmehr habe ich mal wieder etwas zum Raten. Das unten abgebildete Konstrukt fand ich bei einem Patienten mit Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) auf der Fensterbank. Er hatte sich extra dafür von mir eine leere Flasche geben lassen.

Was bezweckt er damit?

Rätselbild.

[ 14 Uhr 34 ] - [ 3 Kommentare ]

15. April 2010

Wir sagen Danke!

Kategorie: Verschiedenes

Wir sagen Danke für die vielen Glückwünsche, Karten, Bilder, Geschenke, Kommentare, Threads und Tweets zu unserer Hochzeit.

Danke an unsere Familien, FreundInnen, KollegInnen, ÄrztInnen, PatientInnen, BloggerInnen, Bekannte.

Ringe.

Kuß.

Ich hoffe, wir haben keinen vergessen.

Gute Nacht!

[ 22 Uhr 58 ] - [ 5 Kommentare ]

Schuhe aller Füße, vereinigt Euch!

Kategorie: Vernetzt

Man könnte es als Calciamentisches Manifest bezeichnen: Jaycee vom Atomlabor will Schuhe sehen! Hier sind alle unsere Schuhe auf einmal, das sollte reichen.
Schuhwerk.

[ 10 Uhr 52 ] - [ 4 Kommentare ]

14. April 2010

Liebe ist ein großes Wort.

Kategorie: Verschiedenes

Doch manchmal ist es nicht groß genug, um das zu beschreiben, was zwischen zwei Menschen geschieht.

Liebe kennt keine Grenzen.

[ 12 Uhr 30 ] - [ 24 Kommentare ]

Kroatin spricht nach Koma (angeblich) fließend Deutsch.

Kategorie: Vergangen

Wers glauben mag...

Der Teenager hatte erst kurz zuvor angefangen, in der Schule deutsch zu lernen. Um die neue Fremdsprache zu üben, hatte das Mädchen begonnen, deutsche Bücher zu lesen und deutsche TV-Sendungen zu sehen. Ihren Eltern zufolge sei sie jedoch noch weit davon entfernt gewesen, fließend zu sprechen.

Bei Web.de ist eine Debatte darüber im Gange. Die meisten Posts beschränken sich darauf, den gleichen Witz ständig zu wiederholen. Viele andere kommen mit esoterischem Bockmist über.

Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie Reinkarnation und ihr Unterbewusstsein hat ihr früheres Leben als Deutsche "reaktiviert" !? Geht sogar noch schlimmer!)

Was niemand dort (außer mir) bemerkt: Kein einziges mir bekanntes seriöses Fachblatt wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet über diesen Fall. Und der als "Experte für Psychiatrie" zitierte Dr. Mijo Milas ist im Netz nur im Zusammenhang mit dieser Meldung zu finden. Scheint also extrem wichtig zu sein in der Wissenschaft. Diese Boulevardmeldung wird eine Urban Legend. Seriös wird sie nicht sein.

[ 08 Uhr 38 ] - [ 1 Kommentar ]

13. April 2010

Faszinierendes Fundstück!

Kategorie: Vergangen

Es lag ihm auf der Zunge. Im Sinne des Wortes. Der Patient, bei welchem ich es fand, war aufgrund einiger Vorfälle, die seinem Gehirn nicht gutgetan hatten, schwerst pflegebedürftig. Aber trotzdem sehr fröhlich. Aber er kann nichts mehr, sich nicht mehr bewegen, sich nicht mehr mitteilen, nicht mehr denken. Nur lachen. Er wird künstlich ernährt über eine PEG (eine Magensonde durch die Bauchdecke), also kann es kein Rest vom Essen sein. Ich zupfte es mit einer Pinzette heraus, wobei mir auffiel, daß die Konsistenz dieses an eine verunglückte Himbeere vom Gelände der URENCO in Gronau sehr an die für die Oberpflanzenfresser Veganer erfundenen gelatinefreien Weingummis erinnerte.

Zusammen mit dem Doc fand ich die Lösung. Was glaubt Ihr?

Ich koche mir jetzt erstmal ein leckeres Süppchen davon.

Wieder mal ein ominöser Brocken, diesmal aus dem Mund eines Patienten.

[ 15 Uhr 12 ] - [ 12 Kommentare ]

12. April 2010

Der Hundepenis: Rätselbild.

Kategorie: Verschiedenes

Dieses Geschrumpel fand ich zufällig gestern Abend in der Wohnung. Was ist es?
Eine verstorbene Voodoopuppe, ein weißer Trüffel, ein getrockneter Hundepenis aus meiner zoophilen Jugend, eine plumpe Fälschung?

Was ist das für Geschrumpel?

[ 05 Uhr 21 ] - [ 6 Kommentare ]

10. April 2010

Die Leiche und ich.

Kategorie: Vergangen

Frau Müller atmete ein allerletztes Mal, dann war es still. Totenstill. Im Sinne des Wortes. Auch wenn ich weiß, daß Tote nichts mehr hören, spreche ich meist noch mit ihnen, das gehört zu meinem Ritual. So schloß ich ihr die Augen und sagte: "Tschüß, Frau Müller!" und ging ins Dienstzimmer, um meiner Stationsärztin Bescheid zu sagen. Dann rief ich in der Patientenverwaltung an, damit die Todesbescheinigung vorbereitet werden konnte, während sie die Angehörigen, die weiter entfernt lebten, informierte.

Bis die Familie eintreffen würde, hatte ich genug Zeit, um Frau Müller zurecht zu machen. Ich verschaffte mir einen Überblick: Sie lag schief im Bett, war etwas strubbelig und war noch mit Schläuchen gespickt. Nicht so schön.

"Ich mach Ihnen jetzt erstmal die Zähne rein und den Mund zu." Ich zog mir Gummihandschuhe an und entfernte erstmal etwas Schleim aus dem Mund. Die Zahnprothesen bedachte ich mit Haftcreme- wenn welche vorhanden ist, dann aus gutem Grund. Und ich finde die Tätigkeit des ständigen Zahnprothesewiederausdremrachenholens weniger erfreulich. Wir haben seit einiger Zeit schöne Kinnstützen aus Kunststoff, welche einfach zu handhaben und kaum zu sehen sind. Besser, viel besser als früher, als wir noch Mullbinden um Kopf und Kinn wickelten oder zusammengerollte Handtücher versuchten zwischen Brust und Kinn zu quetschen.

Zuerst schließe ich immer Augen und Mund, denn dann sieht die Leiche schon viel besser aus.

Dann entferne ich die Infusionsnadeln, wobei ich die Wunde mit etwas Druck verpflastere. Denn auch Tote bluten noch, und zwar nicht wenig!

"Ich nehme Ihnen jetzt mal die Decke wech und guck mal, ob in der Hose noch alles in Ordnung is." - Nach dem Tod erschlaffen die Muskeln des Menschen, so auch der Schließmuskel mit den entsprechenden Folgen. Ich ziehe ihr den Blasenkatheter aus der Harnröhre und entferne etwa eine Hand voll Kot, wasche sie "untenherum" und ziehe ihr einen frischen Netzschlüpfer samt Vorlage ("Pampers" ) an.

Jetzt sind alle Schläuche entfernt. Jetzt kanns richtig losgehen. Ich schaue in den Kleiderschrank: Das Flügelhemdchen ist zwar gemustert, sieht aber trotzdem nicht wirklich hübsch aus. Für einen dunkelgelben Jogginganzug entscheide ich mich. Der dürfte einen schönen und fröhlichen Farbakzent setzen und die Stimmung etwas enttrüben. Außerdem beziehe ich, jetzt, da alle "Kleckerfaktoren" entfernt sind, Bettdecke und Kopfkissen frisch, da sie sehr zerknautscht und fleckig sind. Das Flügelhemd auszuziehen ist kein Problem, es ist ja hinten offen.

Allerdings ist ein Joggingoberteil schon schwieriger- Frau Müller hilft nicht mehr mit und die KollegInnen sind anderweitig beschäftigt. Zuerst die Arme in die Ärmel fädeln, dann das Ding über den Kopf fummeln. Mit etwas Kraftaufwand hebe ich ihren Oberkörper, um das Oberteil zurechtzuzuppeln. Ich schwitze. Ich schwitze zwar ohnehin immer, aber Frau Müller ist nicht wirklich schlank. Aber das ist nicht das erste Mal, jeder Handgriff sitzt.

Die Hose lasse ich weg. Nicht, weil ich zu bequem bin, sondern damit Frau Doktor Beinschulte nachher besser nach den sicheren Todeszeichen, vor allem den Totenflecken, gucken kann. Die Verstorbene muß, wie üblich, mindestens zwei Stunden auf der Station verbleiben deswegen. Hätte sie gerade noch Morphin bekommen, wären es sogar vier Stunden. Scheintote kommen in der Regel schlecht an beim Bestatter wink

Hochziehen im Bett. Geradeziehen. Ihr Oberteil glätten. Bett geradeziehen. Schmuck entfernen- sowas wird vererbt und nicht begraben. Hände auf dem Bauch übereinanderlegen.
Der ganze Müll und alles, was nicht mehr gebraucht wird, kommt auf einen Wagen und dieser erstmal ins Bad. Die Blumen bleiben natürlich. Da Frau Müller sehr katholisch war, stelle ich ein Kruzifix auf den Nachtschrank und die Blumen dazu. In der Nachtschrankschublade finde ich einen Rosenkranz. Und da stehen noch ein paar wunderschöne Rosen- ich nehme eine davon lege sie in ihre Hände und den Rosenkranz dazu. Eine halbe Stunde habe ich vielleicht gebraucht. Nun können die Angehörigen kommen und sich verabschieden.

Dreiundsiebzig Jahre ist Frau Müller alt geworden, und die letzten beiden waren ihr durch den Krebs immer mühseliger geworden.
Die Schmerzen konnten wir ihr nehmen. Das Sterben jedoch nicht.

[ 17 Uhr 23 ] - [ 3 Kommentare ]

09. April 2010

Tot ist tot?

Kategorie: Vergangen

Auf dem Totenschein muß der Arzt ankreuzen, mit welchen sicheren Todeszeichen er den Tod festgestellt hat.
-Leichenstarre
-Totenflecke
-Hirntod (EEG)
-Fäulnis.

Fäulnis?
Ich hatte mal einen Patienten, dem faulte ein ganzes Bein. Diabetische Gangrän. Hätte ich ihn schon einsargen dürfen?

Faulendes Bein.

[ 23 Uhr 20 ] - [ 2 Kommentare ]

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