30. März 2010
Wörter ohne Geschäftsbereich.
Kategorie: Literarisch
Mir fallen oft schöne Wörter ein, die gut klingen, aber (noch) keine Bedeutung haben. Zum Beispiel:
- Zerstückelungsprophylaxe
- Urinapplikator
- Erektionstraining
- Substitutionsersatz
- Speiseeisentschleimer
Wenn Ihr nun etwas mit oder über eines dieser Wörter etwas anfangen könnt, dann macht mit
Verfaßt einen Kommentar oder einen Blogbeitrag (wer kein eigenes Blog hat, schickt mir das per E-Mail), indem Ihr eine Definition für den Begriff beschreibt oder einfach das Wort sinnvoll verwendet. Trackback bzw. Link nicht vergessen!
Ich freue mich schon auf Ergebnisse!
[ 08 Uhr 00 ] - [ 5 Kommentare ]
29. März 2010
Der Tod und die Hochzeit.
Kategorie: Vergangen
Beide waren keine zwanzig mehr und auch nicht frisch verliebt, als sie sich doch noch zu heiraten entschlossen. Doch dann kam der Krebs.
Wir versuchten alles, ihn wieder auf die Beine zu stellen, daß er zumindest noch einmal nach Hause konnte. Doch der Tumor fraß schnell und unerbittlich an ihm, und bald war klar, daß er die Klinik nicht mehr lebend verlassen würde.
Und die Hochzeit? Beide waren traurig.
Doch tatsächlich muß in solchen Fällen der Standesbeamte herbeikommen. Begeistert war er über diese Botschaft zwar nicht, aber er erschien pflichtbewußt. Die Küche lieferte Schnittchen, Sekt, Kuchen und Kaffee. Alles war vorbereitet. Wir mußten nur ziemlich energisch den Standesbeamten davon überzeugen, daß das Geröchel des Bräutigampatienten eindeutig "Ja" hieß.
Er überlebte diesen Tag nicht mehr. Sein Hochzeitstag war auch sein Todestag.
[ 14 Uhr 38 ] - [ 3 Kommentare ]
27. März 2010
Warum immer noch blödsinnigerweise an der Uhr gedreht wird, weiß ich nicht.
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Aber alle Medien berichten, daß die Sommerzeit heute ihren dreißigsten Geburtstag feiert.
Das ist schlicht falsch. Ein bißken Recherche sollte jemand, der sich Journalist nennt, schon drauf haben. Die erste Zeitumstellung fand schon am 30.4.1916 statt. Diesen Unfug hat man sinnvollerweise (leider nur vorläufig) 1950 wieder abgeschafft. Es gab also nur 30 Jahre Pause.
Ich frage mich nur, weshalb immer noch an dieser Scheißqual für Schichtdienstler festhält.
[ 20 Uhr 13 ] - [ 3 Kommentare ]
Junior. Erinnerungen werden wach.
Kategorie: Vergangen
Mittlerweile bin ich ja Stammgast in der Apotheke. Bevor ich behandelt wurde wegen meiner Depression. Als ich Kind war, gab der Herr Apotheker mir immer ein kleines Heftchen mit, welches Junior hieß und besser war als das Ding für Erwachsene, die Apotheken-Umschau. Ich habe immer gern die Junior gelesen, auch wenn ich selten in die Apotheke kam. Manchmal brachten mir andere eines mit. Da war sogar mal ein Artikel über den Film ALIEN drin, der heute einer meiner Lieblingsfilme ist. Damals, etwa mit neune, fand ich ihn interessant.
Später verschwand das aus meinem Gedächnis.
Gestern war ich, wie jeden Monat, Pillen kaufen. Erschreckend, wenn ich feststellen muß, daß ich zweihundert Tabletten und Kapseln pro Monat aufesse. Da lag es auf dem Tresen. Und ich durfte sogar eines mitnehmen, trotzdem ich erwachsen bin. Vielleicht wegen der kindlichen Freude in meinen Augen.
[ 01 Uhr 00 ] - [ 9 Kommentare ]
26. März 2010
Mein Kiefer hat den Begriff SCHMERZEN neu definiert: Auf den Zahn gefühlt.
Kategorie: Vergangen
Schmerzen. Zahnschmerzen. Die Ursache liegt schon drei Monate zurück, doch ich habe Angst vorm Zahnarzt. Obgleich der, zu dem ich seit bald eineinhalb Jahrzehnten gehe, erstklassig ist und prima betäubt. Spritze tut nicht weh und die Lokalanaesthestie sitzt immer prima. Doch früher hatte ich einen, da tat die Betäubungsspritze grausam weh und wirkte nicht richtig. Dieses Trauma schleppe ich heute noch mit mir herum.
Seit einer Woche traute ich mich schon nicht zum Zahnarzt. Trotz starker Schmerzen. Doch Ibuprofen half. Außerdem wollte ich nicht vor der Spätschicht gehen- nachher zieht er einen und schreibt mich krank, und das dann eine Stunde vor Schichtbeginn.
Doch gestern ging es nicht mehr. Trotz aller Pillen litt ich wahre Höllenqualen, und gegen 20:00 Uhr litt ich dermaßen, daß meine KollegInnen mich nach Hause schickten. Zum Notdienst ging ich trotzdem nicht. Nur ein einziger Zahnarzt außer Dr. Holtmann genießt genug Vertrauen bei mir.
Ich bombardierte meinen Körper mit Schmerzmitteln und nahm die dreifache Dosis Quetiapin. Das half mir über die Nacht. Und ich stand früh auf und rief an. "Machen Sie sich am besten sofort auf den Weg!"
Mein über alles geliebtes Krokofantilein kam mit. Das half. Ohne sie wäre die Fahrt hin und zurück wohl auch gefährlich gewesen.
Ich zitterte. Wirklich. Am ganzen Körper. Ich mußte sogar sediert werden. Aber er mußte nur eine (sehr tiefe) Füllung ersetzen oben. Und unten aber eine schlimmere. Und der Nerv mußte raus. Die Neugier siegte über die Angst: "Hann ich hen Nerv chehen, wenn Chie ihn chaus chaben?"
Nein, das ginge nicht. Da gebe es nicht mehr viel zu sehen, der sei schon größtenteils Humus.
Schade.
Eine Stunde rackerte er sich an meinen beiden Zähnen ab. Dann war er fertig. Ich auch.
Ich mußte mich auf meiner Station krank melden, denn mit Sedierung im Blut wäre zu arbeiten verantwortungslos gewesen.
Drei Stunden schlief ich meine Dröhnung aus. Jetzt gehts. Bin noch etwas matschig in der Birne, aber mein Kiefer fühlt sich besser an.
Er muß an den einen Zahn demnächst nochmals ran. Aber ich denke, das wird weniger dramatisch.
Aber nun bin ich wirklich völlig erschöpft.
[ 17 Uhr 25 ] - [ 6 Kommentare ]
25. März 2010
Massenunfall auf der Gartenstraße.
Kategorie: Verschiedenes
Münster (eig. Meldung)
Auf der Gartenstraße im westfälischen Münster kam es zu einem folgenschweren Unfall. Durch das Platzen einer Plastiktüte fielen dutzende Gummibärchen auf die vielbefahrene Straße und wurden zum Teil durch Überfahren tödlich verletzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Sachschaden beziffert sich auf ca. 1,43 Euro.
[ 11 Uhr 52 ] - [ 5 Kommentare ]
Es geht voran.
Kategorie: Verrueckt
(auch wenn ich nicht weiß, was ES sein soll)
2006 war durchgehend Scheiße.
2007 war durchgehend Scheiße.
1. Quartal 2008 ging so.
2. Quartal 2008 ging schon besser.
3. Quartal 2008 ging eigentlich schon ganz gut.
4. Quartal 2008 ging gut.
1. Hälfte 2009 ging sehr gut. Und seit der
2. Hälfte 2009 ist das Leben richtig schön.
Mittlerweile haben wir weitreichende Entscheidungen getroffen.
Einer ist für den anderen da.
Einer versteht den anderen.
Einer hört dem anderen zu.
Das hat mir irgendwie immer gefehlt.
[ 10 Uhr 24 ] - [ 6 Kommentare ]
23. März 2010
Wer mein geliebtes Krokofantilein beleidigt, soll qualvoll verrecken!
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Meine Liebste wurde heute von einer etwa sechzigjährigen Nazischlampe auf das übelste verbal und beinahe auch körperlich attackiert.
Sie wollte sogar noch handgreiflich werden….
Und meinte dann noch zu mir ich müsse nicht meinen schweizer Dialekt einsetzen das brächte mir gar nichts. Und es sei kein Wunder dass man keine Ausländer möge…
Wahrscheinlich wird bei ihr zu Hause vorm Essen nicht gebetet, sondern "Heil Hitler!" gebrüllt.
Ich würde am liebsten mit ihr Sachen anstellen, die ich hier gar nicht ausschreiben kann. Zum Beispiel würde ich ihr ********* **** ***** *******, ** ***** ***, *******, ******, ************, *********!!!!!
********, ********* ** ****** *** ****, ****************** ***** ******. *********, ****, **************** *********: **********!!!!!!!!!!!
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu schockierend brutal für Euch.
[ 22 Uhr 11 ] - [ 14 Kommentare ]
Kachelmann: In dubio pro reo.
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Im Zweifel für den Angeklagten- dieser mehr als 2300 Jahre alte Grundsatz in der Rechtsprechung soll auch für Herrn Kachelmann gelten. Sollte er das Verbrechen, dessen er beschuldigt wird, tatsächlich begangen haben, gehört er selbstverständlich bestraft. Nur wird derzeit durch die Medien gehetzt, als sei es schon bewiesen. Sein Ruf ist auf jeden Fall ruiniert, wie auch der von Andreas Türck, dessen Karriere trotz Freispruchs erstmal im Arsch war.
Vielleicht sollten die Medien lieber erstmal den Ball flach halten. Und den Prozeß abwarten. Momentan betreiben sie Lynchjustiz und wiegeln die Meute auf. Doch über Schuld entscheidet immer noch die Justiz. Und nicht der Stammtisch.
[ 12 Uhr 20 ] - [ 6 Kommentare ]
22. März 2010
Schlaflos in Münster.
Kategorie: Verrueckt
Schichtdienst ist eigentlich für eines jeden Biorhythmus Gift. Viele Schichtdienstler kämpfen mit Schafstörungen.
Ich auch. Auch so leide ich unter Schlafstörungen (wohl parallel zu meiner Depression). Das heißt, früher litt ich. Ich konnte seltenst wirklich gut schlafen. Schlief nicht richtig ein, nicht durch und wachte dann auch noch sehr früh auf. Wochenlang schlief ich kaum, monatelang. Doch wurde auch dies recht gut behandelt, und nun schlafe ich meistens gut. Diese Nacht mal wieder nicht. Nach den Nachtdiensten in der vergangenen Woche ist das auch kein Wunder. Manchmal habe ich allerdings auch ohne ersichtlichen Grund schlechte Nächte. Meistens zwei oder drei. Aber ich leide nicht mehr darunter. Denn mein Schlaf ist insgesamt viel, viel besser. Und ich mache mir selbst keinen Streß mehr davon. Dann schlafe ich eben mal schlecht. Dann bin ich eben anderntags etwas müde. Dann lege ich mich eben, sollte ich Frühdienst gehabt haben, am Nachmittag eine Stunde hin )nur nicht zu lange!).
So sitze ich hier, schreibe einen Blogartikel, rauche noch eine und versuche dann nochmals einzuschlafen. Immer mit der Ruhe. Denn nur mit Ruhe kommt der Schlaf.
[ 02 Uhr 24 ] - [ Noch kein Kommentar ]
20. März 2010
Frühlingserwachen.
Kategorie: Verrueckt
Wenn ich nachts arbeite, dann kommt der Frühling ganz anders. Morgens ist es irgendwie anders heller als am Tage. Wenn ich über die Promenade nach Hause gehe, singen schon die Vögel.
Ich fühle mich ziemlich undepressiv.
Ich bin nicht der richtige Mensch für die dunkle, kalte Jahreszeit. Doch nun sollte das Schlimmste vorüber sein.
[ 06 Uhr 52 ] - [ Noch kein Kommentar ]
18. März 2010
Mein Indigokind.
Kategorie: Verrueckt
Mein geliebtes Krokofantilein ist ein Indigokind. Weil nämlich, Indigokinder haben eine indigofarbene Aura. Ich kann die zwar nicht sehen, weil ich nicht esoterisch genug bin dafür, aber irgendwie haben Indigokinder doch ADHS und werden nur fälschlicherweise mit Methylphenidat behandelt, anstatt sie die Welt verbessern zu lassen, wofür sie ja da sind. Die Farbe Indigo gefällt mir sehr gut, aber dieses esoterische Geschwurbel ist grauenvoll.
Meine Liebste ist ruhiger und konzentrierter, seit sie sich das Zeug reinpfeift. Sie fühlt sich unterm Strich wesentlich besser. Chemie ist natürlich nicht alles, Psychotherapie kommt auch noch hinzu. Denn leicht ist das Leben damit nicht, auch nicht mit den Medikamenten. Und wenn gegen Abend die Wirkung nachläßt, wird sie rappeliger und die Stimmung instabiler.
Daraus jetzt irgendwelchen Eso-Scheiß zu murksen und LeidensgenossInnen die richtige Therapie vorzuenthalten ist einfach nur gräßlich. Krokofantilein wurde von ihrer schweizer Psychiaterin zehn Jahre falsch behandelt und davor gar nicht, erst unser hiesiger Doktor stellte die richtige Diagnose. Sechsunddreißig Jahre litt sie, ohne wirklich zu wissen, worunter. Und dann kommen die "Aurasichtigen", die wegen ihrer offensichtlichen Farbhalluzinationen eine Aura sehen und besser behandelt (oder wegen Betruges verknackt) werden sollten und labern unglaublichen Bockmist.
Es gibt keine Aura.
Es gibt keine indigofarbene Aura.
Es gibt keine Indigokinder.
Es gibt nur einen Haufen Spinner.
[ 00 Uhr 17 ] - [ 9 Kommentare ]
17. März 2010
Fragen und Antworten. Interview Teil 3.
Kategorie: Vernetzt
Ihr fragt, ich antworte. Z.B.:
Was würdest Du gerne sexuell mal ausprobieren, hast es aber bisher noch nie gemacht?
Ich bin da irgendwie so phantasielos, da fällt mir gar nichts ein. Außer vielleicht Geschlechtsverkehr.
willst du nicht mal was abnehmen?
Ich nehme täglich etwas ab. Und zwar meine Jacke von der Garderobe.
Also, mein Gutester... Sag mir bitte die ultimative Lebensweisheit, die jeden und alles durchs ganze Leben begleiten sollte!
Lebe glücklich, lebe froh, wie der Mops im Haberstroh.
Ja ~ wie kann ich die 13 mehr in mein Leben integrieren?
Am besten, indem Du sie Dir peroral einverleibst.
wer erzählt die besten gruselmärchen?
Ich.
was weisst du über sterne, planeten und sonstiges im all?
Die sind da so um uns drumherum und da ist sehr viel gar nichts dazwischen. Und wenn die Sonne untergeht, ist das kein Weltuntergang.
Wenn ja, warum?
Die Gründe sind mannigfaltig. Man kann dies auf jeden Fall begründen mit der onomatopoetischen Wesenheit des Seienden.
kennst du den Mann im Mond?
Ja, ich gehe manchmal mit ihm Kaffee trinken.
Hast du auch nichts dagegen, wenn zur Abwechslung mal die Welt unter geht?
Im Cern arbeiten die Wissenschaftler daran. Ich finde es spannend.
[ 22 Uhr 25 ] - [ Noch kein Kommentar ]
Ackermann und die Gerechtigkeit.
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Ackermann kassiert mehr als 260 Mal so viel Kohle pro Jahr als ich (brutto). Leistet er auch 260 Mal so viel für die Menschen?

Das Aushängeschild des deutschen Bankenwesens, Josef Ackergaulmann, mag vielleicht mehr Stunden pro Woche arbeiten als ich. Er mag auch Verantwortung tragen, zum Beispiel für Arbeitsplätze (die er vernichtet). Meinetwegen hat er auch mehr auf dem Kasten als ich. Aber rechtfertigt dies einen derartigen Einkommensunterschied?
Nein, neiden tue ich es im nicht. Zwar ist eine Pflegekraft grundsätzlich (staatlich gewollt) unterbezahlt. Aber ich komme gut aus. Und wie ich 9,6 Millionen Euro im Jahr verbraten sollte kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenigstens muß ich nicht dauernd Angst um mich und meine Familie haben. Aber 9.600.000 Schleifen, kann das gerechtfertigt sein? Kann der Unterschied an Leistung und Verantwortung derart groß sein?
Wenn ich Fehler mache, kann das Menschenleben kosten. Ich habe schon Menschenleben gerettet (wie wohl auch die meisten meiner KollegInnen). Manche haben ihre Gesundheit (Wirbelsäule) im Dienst ruiniert. Der Dienst in drei Schichten ruiniert jeden Biorhythmus. Wir fangen Menschen in Ausnahmesituationen auf. Wir putzen Menschen den Hintern ab, versorgen hochinfektiöse PatientInnen, Sterbende, Verstorbene. Heben, stemmen. Dokumentieren uns die Finger wund: Wer schreibt, bleibt. Stehen um halb fünf auf, schieben Frühschicht und gehen anschließend auf Fortbildung.
Und bekommen ein Drittelprozent der Kohle eines Herrn Ackermann dafür.
Nachtrag 15:05 Uhr: Die WN haben den Artikel offenbar gelöscht. Wohl zu viele systemkritische Kommentare.
[ 09 Uhr 23 ] - [ 12 Kommentare ]
16. März 2010
Geliebtes Gewürm!
Kategorie: Vergangen
Als ich etwa dreizehn war, organisierte ich mir meine ersten eigenen Haustiere. Ich tat sie liebevoll in ein altes, kleines Aquarium mit Erde.
Regenwürmer.

Damit war ich in der Klasse ein Unikat. Ich hatte das abgefahrenste Haustier von allen, und alle starrten wie gebannt auf den erdgefüllten Glaskasten. Natürlich sah man sie niemals. Sie gruben sich ja durch die Erde. Aber sie waren da drin. Das zählte.
Später, als ich ihrer überdrüssig geworden war, verwendete ich sie, um den neuangelegten Komposthaufen im Garten in Gang zu bringen. Den enterdeten Behälter bewohnten irgendwann meine Stabschrecken, welche wiederum in meiner Ausbildungsklasse DIE Sensation waren.
Ich beobachtete die Krabbeltiere sehr gerne. Vor allem beim Fressen. Mich erinnerten sie dabei an äsende Kühe. Diese Assoziation verstand niemals niemand nicht außer meinereiner. Aber es sah wirklich so aus, so, wie sie ihren Kopf bewegten dabei, wie sie kauten... nur waren die Schrecken auch ziemlich doof- wenn eine Babyschrecke auf dem Blatt saß (sie legten unentwegt und pausenlos unermeßlich viele Eier), dann fraßen sie diese einfach mit. Aber das störte die Babies offensichtlich nie. Sie blieben an Ort und Stelle. Aber was erwartet man auch an Intelligenz von einem derartig winzigen Hirn.
Einmal war die Abdeckung meines Terrariums verrutscht. Mein ganzes Zimmerchen krabbelte. Ich hatte viel zu tun, um sie alle wieder einzusammeln. Kommt mir jetzt bloß nicht wieder damit, ich hätte den Staubsauger nehmen sollen!
Nach etlichen Jahren krepierten sie alle an irgendetwas. Gespritzt waren die Blätter jedenfalls nicht. Vielleicht wars die Heuschreckengrippe H2O2. Jedenfalls waren sie irgendwann alle tot. Danach hatte ich keine Tierchen mehr. Nicht einmal Läuse.
Vielleicht sollte ich als nächstes Maden nehmen.
[ 05 Uhr 08 ] - [ 5 Kommentare ]


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